Desktop-Hintergründe: Clever konfiguriert!

Das Setzen von Standardhintergrundbildern mag für einen IT Professional eher nach Kosmetik aussehen. Die Marketing-Abteilung der Unternehmung wird da jedoch bestimmt widersprechen! V.a. im Front-Office Bereich einer Firma kann ein Hintergrundbild die Professionalität einer Unternehmung enorm erhöhen und wirkt sehr gut auf die Kunden. Zudem bindet ein Hintergrundbild auch die Mitarbeiter an eine Firma. Das ist zumindest einmal eine Seite der Medaille. Die Kehrseite davon ist die Folgende: Ein Mitarbeiter kann auch produktiver sein, wenn er genau dasjenige Hintergrundbild an seinem Arbeitsplatz vorfindet, welches ihn zum maximalen Arbeitseinsatz motiviert.

Vorsicht

Genau dieselben Fragen stellen sich bei weiteren Einschränkungen und Einstellungen. Ich habe einmal in einer Unternehmung gearbeitet, welche noch OS/2 im Einsatz hatte. Einmal vorweg: Dies ist schon ca. 15 Jahre her. In dieser Unternehmung konnten die Benutzer zwar jegliche Einstellungen bezüglich der Benutzeroberfläche vornehmen (also z.B. Einstellungen zum Mauszeiger, dem Hintergrundbild, der Farbgestaltung und Auflösung ändern) – die Einstellungen wurden jedoch nach dem nächsten Login wieder auf den Standard zurückgesetzt. Dies wäre analog zur Verwendung eines verbindlichen servergespeicherten Benutzerprofils unter einer Windows-Umgebung. Die Motivation der Mitarbeiter ging dabei soweit, dass jegliche Einstellungen nach der Anmeldung vor Arbeitsbeginn wieder auf die eigenen Bedürfnisse angepasst wurden. Dies dauerte oft bis zu 5 Minuten. Hochgerechnet auf ein Grossraumbüro mit ca. 200 Mitarbeitern, kann dies gut und gerne 1‘000 Minuten pro Tag und in einem Kalendermonat ca. 20‘000 Minuten bedeuten. Das waren dann so etwa 333 Stunden, was wiederum ca. 2 Mann-Monaten entspricht. Anders gesagt: In diesem Grossraumbüro hätte man 2 Personen entlassen können und hätte dieselbe Arbeitskraft gehabt, wenn diese Einschränkungen nicht konfiguriert worden wäre. Eine solche Kostenrechnung überzeugte auch den Abteilungsleiter, sowie die Informatik-Entscheider. Es gibt nun zwei Möglichkeiten, darauf zu reagieren: Entweder es werden jegliche Einstellungsmöglichkeiten von Grund auf gesperrt, so dass diese gar nicht mehr erst zu erreichen sind oder die Einstellungen werden nicht mehr verworfen, sobald sich ein Benutzer abmeldet. Die Unternehmung hat sich leider für die erste Variante entschieden – „leider“, weil dadurch keine Personalifizierung auf die eigenen Bedürfnisse der Mitarbeiter mehr möglich war. So konnten z.B. Benutzer, welche nicht mehr gut gesehen haben, die Kontrasteinstellungen nicht erhöhen oder die Auflösung verändern. Es ist also nicht einfach nur eine technische Sache, wenn diese Einschränkungen vorgenommen werden, sondern hat auch etwas mit gesundem Menschenverstand und Psychologie zu tun.

Gehen wir wieder zurück zum eigentlichen Thema: Dem Hintergrundbild. Um dieses für eine Gruppe von Computern festzulegen, gibt es eigentlich eine passende Einstellung in einem Gruppenrichtlinienobjekt…

Der Active Desktop stellt jedoch nicht einfach nur die Möglichkeit dazu bereit, ein Hintergrundbild zu setzen, sondern bietet auch die Möglichkeit, ganze Webinhalte auf dem Desktop zu platzieren. Dies kann teilweise zu Problemen führen, da der Desktop in gewissen Fällen nicht mehr korrekt dargestellt wird. Dieses Problem lässt sich nur dann einschränken, wenn Bitmap (BMP)-Grafiken zur Anwendung kommen. Bitmaps weisen jedoch eine grosse Dateigrösse auf. Auch in diesem Falle kann es zudem zu Darstellungsproblemen kommen. Wäre es demnach nicht schön, wenn ein Hintergrundbild analog zur lokalen Wahl eines Hintergrundbildes gesetzt werden könnte? Genau eine solche Variante stellt das nachfolgend vorgestellte kleine Script dar. Dieses setzt einfach die entsprechenden Registrierungsschlüssel, um eine beliebige Grafikdatei als Hintergrundbild anzuzeigen, welches sich auch auf einem Netzlaufwerk befinden kann.

Dieses Script verschafft Abhilfe (und wird bei der Anmeldung an einem System ausgeführt):

Set oShell = CreateObject(„WScript.Shell“)
oShell.RegWrite „HKCU\Control Panel\Desktop\TileWallpaper“,“0″, „REG_SZ“
oShell.RegWrite „HKCU\Control Panel\Desktop\Wallpaper“,“\\SEVER\FREIGABE\BILD.JPG“, „REG_SZ“
oShell.RegWrite „HKCU\Control Panel\Desktop\WallpaperStyle“, „2“, „REG_SZ“

 Sie können sich demnach mit nur 4 Zeilen Code eine Menge Ärger ersparen. Speichern Sie dieses Script als „VBS“-Datei ab und verteilen Sie dieses in einer Gruppenrichtlinie über die Benutzerkonfiguration bei der Anmeldung an die Benutzer in Ihrer Unternehmung.

Hinweis

Da dieses Script erst nach der Anmeldung ausgeführt wird, wird das Hintergrundbild erst nach der zweiten Anmeldung korrekt geladen und angezeigt. Seien Sie demnach nicht enttäuscht, wenn der Hintergrund nicht schon bei der Initialanmeldung erscheint.

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