Fertig IPv4!

Was ich über die letzten Jahre gemäss offiziellen Schätzungen immer mit dem Jahr 2012-2016 betitelte, ist nun schon am 01. Februar 2011 eingetreten: Der IPv4-Adressraum ist erschöpft. Erst einmal vorweg: Keine Angst! Das Internet läuft weiter und wir müssen nicht auf die ach so tollen Inhalte darin verzichten – aber ein Ausbau ist nur noch beschränkt möglich. Es werden nun noch die letzten Adressen rausgequetscht, welche noch irgendwo verfügbar sind und im Anschluss gibt es nur noch den Weg über IPv6, um den Wachstum des Internets weiterhin zu gewährleisten. Dass IPv6 nichts Böses ist, habe ich zusammen mit Silvia Hagen – der absoluten Fachperson zum Thema IPv6 mit etlichen Publikationen – schon oft an Kongressen, etc. aufgegriffen…

Nachfolgend eine Infografik von IANA und RIPE zu den Übergangsphasen:

Die grosse Angst der Techies in Bezug auf IPv6 ist v.a. die Hexadezimale Schreibweise, wie ich in den letzten Jahren gespürt habe. Dabei gilt jedoch zu sagen, dass der Hintergrund immer noch genau so "binär" ist, wie bei IPv4 – einfach die Darstellung wurde umgestellt. Uns sind wir einmal ehrlich: Auf wie vielen Systemen müssen wir heutzutage noch eine IP-Adresse fix eingeben? Im Zeitalter von DHCP und der Autokonfiguration betrifft das immer weniger Hosts und dank Copy/Paste ist das ja auch keine Sache mehr… Früher wurden auch oft die MAC-Adressen manuell erfasst und die Hardware-Adresse überschrieben – um diese kümmert sich heutzutage auch fast niemand mehr direkt. Genauso wird auch die IP-Adresse immer mehr in den Hintergrund rücken – denn das wichtigste in jeder Windows-Umgebung, sowie auch im Internet ist wohl die korrekte Funktion der Namensauflösung mit DNS. Auch dieses Thema habe ich mir zu einem kleinen "Lebensmotto" gemacht und in den letzten Jahren sehr viel Informationen zum Thema "DNS" vermittelt. Falls jemand gerne mehr über die Vorteile und die Hintergründe von IPv6 erfahren möchte, so habe ich hierfür auch ein paar Videos parat:

Unter dem Strich gesehen, ist es jedoch schade, dass bisher viel zu wenig dafür getan wurde, den neuen IP-Standard in die Tat umzusetzen. Da hätten doch schon viele Provider, etc. entsprechende Angebote platzieren können. Denn eines ist gewiss: IPv4-Adressen werden wir wohl in ein paar Jahrzehnten immer noch sehen, da ein ganzes Internet nicht von heute auf Morgen komplett umgekrempelt werden kann…

Damit hier etwas geht, hat sich eine Gruppe gebildet, welche sich zum Ziel gesetzt hat, dem IPv6-Protokoll nun endlich auch in der breiten Masse zum Durchbruch zu verhelfen. Die entsprechende Website ist unter http://www.swissipv6council.ch zu finden.

Wohlan in eine Zukunft mit über 340 Sextillionen IPv6-Adressen – mit mehr Platz, als es Sandkörner in der Sahara gibt! Ich hoffe, dass sich die Herren Provider & Co. nun endlich etwas in Bezug auf deren Angebot einfallen lassen.

 

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